Wertanlagen

Seid laengerer Zeit stelle ich mir die Frage, was ist es was die Menschen
verschiedene Herkunft (Religion, Kultur) harmonisch miteinander leben
lassen könnte. In den westlichen Industriegesellschaften sind die
Imigrantenzahlen gewachsen und Ihre Bräuche, Religionen und Traditionen
mitgebracht worden, parallel hat die kapitalistische Kultur des Westens
gelernt sich an neuen Werten zu orientieren die dem Arbeits und
Gesellschaftsleben der Zeit entwachsen sind. Nun gibt es Konflikte
zwischen den verschiedenen Befoelkerungsgruppen die der Erziehung in
verschiedenen Wertwelten zuzuschreiben sind. Dennoch stellt sich die Frage
was sind das für Werte? Was sind die Unterschiede und ob man nicht als
Lösung einen Fokus auf gemeinsame Werte beginnen sollte, die Humanitären
und Ethischen.

Der Titel „Wertanlagen“ ist uns Künstlern dieser Ausstellung in einer
Diskussion entsprungen, in der wir uns die Werte aufzählten und versucht
haben auf einen Nenner zu bringen was ist den heute noch für einen
modernen Menschen wichtig von all dem was als Werte zu benennen möglich
ist. Erstaunlicherweise sind das immer noch die alten Wörter wie Liebe,
Freundschaft, Loyalität, Toleranz, Ehrlichkeit, Respekt (…), aber auch
Mut, Kreativität, Zielstrebigkeit und Ausdauer, Entschlossenheit und
Flexibilität, Belastbarkeit und Gelassenheit, Spontanitat und
Beherrschung. Nicht schwer zu erkennen dass einiges gegensaezlich klingt,
die antwort ist dann der Mass.

Wir haben uns geeinigt, dass wir die Werte noch mall, alle die uns
einfallen, wie Karten auf dem Tisch legen und versuchen die Menschen zum
denken anzuregen was für sie persönlich wichtiger ist als andere.

Jeder von uns spielt mit den Werten, flechtet sie mit in die Arbeiten ein.
Ich habe die Werte der Frau“ in den Schoss gelegt“. Die Frau ist die Wiege
der Werte, sie ist als Mutter die erste, die einen kleinen Menschen das
Gute und Böse „erklärt“. Einerseits ist das eine große Macht, andererseits
auch eine grosse Verantwortung

Ein russisches Spielzeug hat mich zu der Idee inspiriert aus der
froehlichen Aufstehmaenchen eine erwachsene Frau zu machen. Es ist eine
bunte Figur die der Werbewelt zu entspringen scheint jedoch etwas
Beunruhigendes hat. Die Frauenfigur steht symbolisch durch ihr Gewicht
fest am Boden, diese Bodenstaendigkeit der Frau ist aber nicht unbewegt,
sie balanciert. Diese Balanz der Figur ist ganz wichtig, ohne ins extreme
zu fallen reagiert sie auf die äußeren Anregungen kommt aber immer wieder
zurück zu der vertikalen, egal was passiert, sie bleibt konstant stehen.

Der Figur fehlen die Hände, sie scheint Machtlos zu sein, vielleicht weil
sie die Kriege nicht stoppen kann. dennoch spielt sie eine große Rolle und
diese Rolle, der Frau als Mutter, ist das gemeinsame in allen Kulturen,
wie auch ihre ewige Macht als Erzieherin und Zuflüsterin.

Ist das ein Lachen oder ein Schrei? Das lasse ich der freien
Interpretation offen.

Meine Arbeit ist eine Reflexion, dass es Frauen sind, die die Werte
„Schaukeln“ und zwar in allen Religionen und Kulturen gleich, obwohl sie
in manchen Gesellschaften machtloser sind als in anderen.

Die vertikale Achse zu der die Schaukelpuppe immer wieder zurück kommt,
wie stark man sie auch anschubst, ist in meiner Arbeit die Achse der
gemeinsamen humanitären Werte. in jeder Kultur und Subkultur, Religion und
Tradition eine Kontinuierliche Linie wahre, dann hätten wir endlich eine
Sprache gefunden mit der sich vieles erklären und verbessern lassen würde.

Es ist den Versuch Wert sich die gemeinsamen Werte neu bewusst zu werden.